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Leiter:
Dr. Mortimer Gierthmühlen
Links:
Förderung:
Kooperationen:
Institut für Mikrosystemtechnik - Lehrstuhl für Biomedizinische Mikrotechnik
Exzellenz-Cluster BrainLinks-BrainTools Universität Freiburg

Projektbeschreibung

Von einer Bluthochdruckerkrankung (arterielle Hypertonie) sind ca. 25% der deutschen Bevölkerung betroffen. Trotz großer Fortschritte in der antihypertensiven Therapie und bei präventiven Gesundheitsprogrammen kann bei ca. 35% dieser Patienten der Blutdruck nicht dauerhaft in den therapeutisch gewünschten Bereich (systolisch <140 mmHg) gesenkt werden. Da der Bluthochdruck für über 50% aller kardio- und zerebrovaskulären Folgeerkrankungen verantwortlich ist und sowohl eine große Morbidität als auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem verursacht, werden zunehmend auch nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen erforscht. Eine davon ist die Neuromodulation.

Der Blutdruck des menschlichen Körpers wird hauptsächlich von drei Systemen kontrolliert: Einem akuten, einem mittelfristigen und einem langfristigen System. Das akute System verfügt über Pressorezeptoren, die sich in den Gefäßwänden vor allem der Aorta und der Halsschlagadern befinden. Der Rezeptor in der Halsschlagader ist der Sinus caroticus, welcher seine Signale über den N. glossopharyngeus an den Hirnstamm übermittelt. Der Pressorezeptor in der Aorta, Aortenbogenrezeptor genannt, ist über den N. vagus mit dem Hirnstamm verbunden. Melden diese Sensoren einen Blutdruckanstieg oder -abfall, reagiert das Gehirn reflexartig hierauf und steuert durch Veränderung der Herzkraft und der Gefäßwiderstände dagegen. Dieser Regelkreislauf wird Baroreflex genannt.

In unserer Arbeitsgruppe wird ein Verfahren entwickelt, das mit Hilfe einer um den N. vagus gewickelten Vielkanalelektrode diejenigen Nervenfasern im N. vagus lokalisiert und selektiv elektrisch stimuliert, die vom Aortenbogenrezeptor zum Hirnstamm ziehen. Hierdurch soll der Blutdruck gesenkt werden.

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