Direkt zum Inhalt
Leiter:
Dr. rer. nat. Carsten Gründemann
Mitarbeiter:
Mandy Arnhold
Ann-Sophie Campillo-Sanchez
Christoph Diegel
Manuel Garcia-Käufer
Franziska Grunewald
Sophie Rieger
Eva Marielouise Seitel
Links:
Kooperationen:
Prof. Irmgard Merfort (Institut für Pharmazeutische Wissenschaften)
Prof. Siegried Fink (Forstbotanik)
Prof. Christoph Schempp (Forschungszentrum skintegral)
Dr. Christian W. Gruber (Institut für Pharmakologie Wien)
Dr. Martin Zehl (Institut für Pharmakognosie Wien)
Torsten Arncken (Naturwissenschaftliche Sektion am Goetheanum Dornach Schweiz)
Prof. Ulrike Lindequist (Universität Greifswald)

Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe ist es, immunologische und antitumorale Effekte pflanzlicher Präparate und Medikamente der Naturheilkunde und anthroposophischen Medizin zu untersuchen.

 

Einfluss von Veilchen- und Kaffeegewächsextrakten und deren zyklischen Peptiden auf die Funktion von humanen peripheren Lymphocyten

Zyklotide sind zyklische Peptide, die im Gegensatz zu linearen Proteinen, keine freien N- und C-Terminus besitzen und dieser Ring aus Aminosäuren wird zusätzlich mit Hilfe von drei konservierten Disulfidbrücken zusammengehalten. Zyklotide sind deshalb durch eine immense Stabilität gegenüber thermischem, chemischem und enzymatischem Abbau ausgezeichnet. Die Entdeckung des ersten Zyklotides, Kalata B1, war auf sein Vorkommen in einem Tee aus der Kaffeegewächsart Oldenlandia affinis in Afrika zurückzuführen, die in der indigene Medizin verwendet wird, um die Geburt zu beschleunigen. Darüber hinaus werden Veilchenextrakte therapeutisch in der Naturheilkunde und anthroposophischen Medizin verwendet. Heute ist klar, dass viele andere Zyklotide existieren. Kürzlich wurde geschätzt, dass mindestens 50.000 neue Zyklotide in Rubiaceaen vorkommen könnten und weitere ~ 9.000 in Violaceaen. Da es keine Hinweise gibt, welchen Einfluss Zyklotide auf die Funktion von humanen Lymphozyten haben, gehen wir dieser Frage in der Arbeitsgruppe nach

 

Wirkung von Mistelextrakten auf Dendritische Zellen

Tumorzellen besitzen die Fähigkeit über verschiedene Mechanismen dem Immunsystem zu entgehen, dieses zu unterdrücken und  sich zu vermehren. Da Mistelpräparate zur additiven Tumortherapie eingesetzt werden, soll bei diesem Projekt die Wirkung von Mistelextrakten auf Dendritische Zellen (DC) des Immunsystems im Tumormikroenvironment untersucht werden. Zur Untersuchung dieser Mechanismen wurde ein humanes Zellkulturmodell entwickelt, welches die inhibitorischen Effekte des Tumormikroenvironments auf Dendritische Zellen nachstellt und deren Aufhebung durch Zugabe von Mistelextrakten zeigen kann. Die Untersuchungen beinhalten funktionelle Analyse der DC. Darüber hinaus soll in Ko-Kulturen mit DC und Lymphozyten untersucht werden, welchen Einfluss Mistel-behandelte DC auf die Aktivierung und Funktion von humanen T-Lymphozyten haben.

 

Vergleichende Untersuchungen von Pilzextrakten

Pilzextrakte, wie von dem Shiitakepilz werden vermehrt zur Therapie von Erkrankungen eingesetzt. Das Ziel der hier vorgenommenen Untersuchungen ist es, kommerzielle so wie experimentelle Extrakte von verschiedenen Pilzen in Bezug auf Inhaltsstoffe wie Polysaccharide, ß-Glucane  und Endotoxine, sowie ihre Sicherheit und biologische Aktivität  in vitro zu untersuchen. Mittels Testverfahren zur Zellviabilität und Apoptoseinduktion, sowie mittels Comet-Assay zur Messung von DNA-Schäden, möchten wir die Zytotoxizität und Anwendungssicherheit der Präparate untersuchen. Die biologische Aktivität soll mittels Aktivierungs- und Funktionstestverfahren  durch Immunzellen untersucht werden.

 

Antimikrobielle Aktivität von Inhaltsstoffen Anthroposophischer Arzneimittel

Bakterielle Resistenzen auf Antibiotika sind eines der weitreichendsten Probleme der modernen Medizin. Die Forschung an neuen vielversprechenden antimikrobiell-wirksamen Substanzen ist von großer Bedeutung. Die antimikrobielle Aktivität von Arzneimitteln der Anthroposophischen Medizin wurde bisher kaum untersucht. Vorbereitend für in vitro Untersuchungen und um einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand zu erhalten, wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt.  Vielversprechende Präparate wurden anschließend zunächst in Aktivitätstestungen auf antimikrobielles Potential getestet. Aktivitätstestungen sind einfach und schnell durchführbar und zeigen antimikrobielle Effekte zuverlässig an. Weiterführend wurden vielversprechende Präparate in Wachstumskinetiken getestet um Effekte genauer differenzieren und spezifizieren zu können. Zum Abschluss wurden Versuche durchgeführt, die die Wirkung der Injektionspräparate auf die Biofilmbildung von Bakterien aufzeigen sollen.

 

Immunmodulatorische Effekte von Metallsalzen in nichttoxischen Konzentrationen

Metalle werden in der Anthroposophischen Medizin zur Therapie verschiedener Krankheiten eingesetzt. Ziel dieses Forschungsbereiches ist es herauszufinden ob bestimmte Metallsalze in nichttoxischen Konzentrationen immunmodulierende Wirkungen zeigen. Hierzu soll der schädliche Bereich der verschiedenen Metallsalze mittels unterschiedlicher Testverfahren ermittelt werden. Nach Bestimmung der zyto- bzw. gentoxischen Konzentrationen möchten wir weiter untersuchen, ob die Metallsalze in nicht-toxischer Konzentration einen Einfluss auf Immunreaktionen besitzen. Hierzu möchten wir die Freisetzung verschiedener Mediatoren aus Immunzellen testen und die Funktion dieser Zellen analysieren.

 

Einfluss von Metallsalzen auf sinnlich wahrnehmbare Qualitäten und immunmodulierende Eigenschaften des Wilden Stiefmütterchens - eine Integration goetheanistischer und universitärer Forschungsmethoden

Das Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor, VT) wird in der Naturheilkunde und Anthroposphischen Medizin (AM) bei Akne und Schuppenflechte verwendet, die durch eine Überaktivität bestimmter Immunzellen vermittelt wird. In eigenen Vorversuchen konnte VT in Zellkulturexperimenten die überschießende Aktivität von Immunzellen, die bei Akne und Psoriasis beteiligt sind, dämpfen. In dem Projekt soll untersucht werden, inwiefern die Düngung von VT mit Metallsalzen dessen immunologische Wirkungen an menschlichen Immunzellen modifiziert. Nicht gedüngte Pflanzen dienen als Kontrolle. Die verwendeten Metalle stehen nach der AM in Bezug zu Planetenkräften und hatten in goetheanistischen Vorversuchen typische Auswirkungen auf Wachstumsform, Geruch und Geschmack verschiedener Pflanzenarten. Wenn die Metallsalzdüngung auch die Wirkung der Pflanzensubstanz auf das menschliche Immunsystem in typischer Weise modifiziert, könnte hieraus eine Rationale für die anthroposophische Metalltherapie geschaffen werden.

Publikationen

Zeige mehr/weniger Publikationen