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Leiter:
Prof. Dr. Andreas Harloff
Mitarbeiter:
Dr. Thomas Wehrum
Dr. med. Florian Schuchardt
Dr. med. Christoph Strecker
Paul Hagenlocher
Thomas Lodemann
Miriam Kams
Andrea Nußbaumer
Kristin Huang
Laure Schroeder
Alexander Fuchs
Links:
Förderung:
Kooperationen:
Prof. Dr. Jürgen Hennig
Adriana Komanscek
Jutta Will
Dr. Dominik v. Elverfeldt
Annette Merkle
Dr. Maxim Zaitsev
Michael Herbst
Rebecca Sostheim (Klinische Radiologie Medizin Physik)
Dr. Karl Egger
Dr. C.J. Maurer
Dr. St. Meckel
Prof. Dr. H. Urbach (Neuroradiologie)
Prof. Dr. Constantin von zur Mühlen
Prof. Dr. Annette Geibel (Kardio- und Angiologie)
Dr. Joachim Schöllhorn (Herz- u Gefäßchirurgie)
Dr. Anja Hennemuth
Johann Drexl
Dr. Sebastian Meier
Prof. Dr. Horst Hahn (Fraunhofer MEVIS Bremen)
Prof. Dr. M. Dichgans (Schlaganfall- u Demenzforschung Klinikum der Uni München)
Dr. Tobias Saam (Klinische Radiologie Klinikum der Uni München)
Dr. Holger Poppert (Neurologie TU München)
Dr. Alex Frydrychowicz (Radiologie u Nuklearmedizin Uniklinik Schleswig-Holstein)
Dr. Heike Göbel (Pathologie Uniklinik Köln)
Prof. Dr. Bernd Pichler
Julia Mannheim (Präklinische Bildgebung u Bildgebungstechnologie Uniklinik Tübingen)
Prof. Dr. Michael Markl
Dr. Alex Barker (Northwestern University Chicago)

Arbeitsgruppe Neurovaskuläre Bildgebung

Hintergrund
Bei 25% der Schlaganfallpatienten ist die Schlaganfallursache unklar, so dass sie nicht optimal vor einem weiteren Ereignis geschützt werden können. Plaques der Aorta descendens sind eine bislang unterschätzte neue Ursache. Um ihre Bedeutung genauer zu erforschen, sind zeitaufwändige Methoden nötig.
Andere Patienten haben Einengungen der A. carotis interna mit/ohne Schlaganfallsymptome. Es ist momentan unklar, wie sie am besten behandelt werden, wenn die Einengung nur 50-70% beträgt. Eine Therapieentscheidung im Einzelfall durch Bestimmung der Zusammensetzung der Plaque ist bisher aber nicht etabliert.
Thrombosen der Hirnvenen können vor allem bei jungen Menschen zu schweren Schlaganfällen führen. Da der Blutfluss in den Hirnvenen schwierig zu messen ist, sind Kenntnisse darüber begrenzt, wie sie sich im Verlauf entwickeln, die Prognose bestimmen und welche Faktoren für Folgeerkrankungen wie dem sogenannten Pseudotumor cerebri prädisponieren.

Ziele
Untersuchung neuer Schlaganfallursachen mit Hilfe moderner MRT-Bildgebung, beschleunigte und automatisierte Auswertung von Plaquemorphologie und Embolisierungswegen der Aorta und Etablierung im klinischen Alltag.
Erforschung der pathophysiologischen Zusammenhänge zwischen lokaler Blutströmung, Fortschreiten und Ruptur von Plaques der Karotiden.
Identifizierung von Hochrisikopatienten für Schlaganfälle anhand neuer Biomarker wie Wandscherkräften, Pulswellengeschwindigkeit und Plaquezusammensetzung.
Erkennung der Pathophysiologie von Erkrankungen der Hirnvenen und des N. opticus.

Hauptforschungsgebiete
3D Darstellung und Messung der Blutströmung in der Aorta, in den Karotiden und Hirnvenen im Hochfeld-MRT. Erfassung von Wandscherkräften, der Pulswellengeschwindigkeit und der Embolisierungswege mit spezieller Software-Analyse. Integration der Ergebnisse der transösophagealen Echokardographie.
Plaquedetektion und –charakterisierung in der Aorta bzw. in den Karotiden mittels Hochfeld-MRT bzw. Kombination mit 2D Duplexsonographie.
Messung des Venenflusses mittels 4D Fluss-MRT und der Weite der Optikusscheiden mittels MRT und transbulbärem Ultraschall.

 

Aktuelle Projekte

#1 MRT der Aorta
Bei akuten Schlaganfallpatienten konnten wir zeigen, dass Plaques der thorakalen Aorta mit Hilfe moderner MRT-Protokolle bei 3 Tesla zuverlässiger entdeckt werden als mit der transösophagealen Echokardiographie (TEE). Außerdem fand sich fast immer ein Rückstrom von Plaques der proximalen Aorta descendens in den Aortenbogen, so dass diese sehr wahrscheinlich eine wichtige und bislang unberücksichtigte Schlaganfallursache darstellen. Ziel ist die Entwicklung eines 3D Multikontrast-MRT-Protokolls zur optimalen Plaquedetektion, die Quantifizierung der 3D Embolisierungswege von der Plaque in das betroffene Hirnareal und die unmittelbare klinische Anwendung. Durch die Korrelation der aortale Wandschubspannung und Pulswellengeschwindigkeit mit der Plaquelokalisation sollen Parameter identifiziert werden, die für die Entstehung und das Fortschreiten der Arteriosklerose in der Aorta verantwortlich sind.

#2 MRT der Karotis
Im Gegensatz zu klinischen Standardmethoden kann mit der Fluss-sensitiven 4D MRT gleichzeitig die Morphologie und Strömung bei Stenosen der Arteria carotis interna erfasst werden. So lässt sich erstmals in-vivo die komplexe 3D Blutströmung darstellen. Die gewonnenen Daten ermöglichen die genaue Quantifizierung der Scherkräfte entlang der Gefäßwand, so dass Areale in der Karotisbifurkation mit niedriger oder oszillierender Wandschubspannung und somit wahrscheinlich erhöhtem Risiko der Atherogenese in-vivo identifiziert werden können. Gegenwärtig analysieren wir den Einfluss der Hämodynamik auf die regionale Enstehung aber auch auf die morphologische Zusammensetzung von Plaques der Arteria carotis interna.

#3 Automatisierte ex-vivo Plaqueanalyse
Da neben dem Stenosegrad auch die Plaquekomposition in der Arteria carotis interna (ACI) darüber entscheidet, wann eine Plaque rupturiert und zu einem Schlaganfall führt, arbeiten wir an einer optimalen und nicht-invasiven Darstellung dieser Atherome. Die ex-vivo Analyse resezierter Karotisplaques ermöglicht vorbereitend die Erprobung und Testung verschiedener Sequenzen in der 3D MRT- und CT-Mikroskopie mit hoher räumlicher Auflösung (100um3). Durch die digitale Fusionierung der Verfahren, die Gewebeerkennung mittels spezieller Auswerte-Software sowie die histopathologischen Referenzbefunde soll die individuelle Plaquekomposition in 3D nach den Kriterien der American Heart Association automatisch klassifiziert und mit der 3D Strömungsanalyse aus Projekt #2 direkt kombiniert werden. Mittelfristig sollen diese Prinzipien bei Patienten eingesetzt werden, um diejenigen mit vulnerablen Plaques der Karotiden und hohem Embolierisiko rechtzeitig zu erkennen.

#4 MRT der Venen bei Probanden und Hirnvenenthrombosen
Ziel dieses Projektes ist die 3D Darstellung und die Messung des Blutflusses der Hirnvenen inklusiver der oberflächlichen Brückenvenen und des Sinus sagittalis superior mit Hilfe der 4D Fluss-MRT. Neben der Erhebung von Normwerten soll die Genauigkeit der MRT-Methode untersucht und der Verlauf der Blutströmung bei Patienten mit Hirnvenenthrombosen verfolgt werden. Zudem sollen assoziierte Pathologien wie der Pseudotumor cerebri, der bei einem Teil der Patienten durch eine venöse Abflussstörung entsteht, besser verstanden und im Verlauf untersucht werden. Die Messung des N. opticus bei Beginn und im Verlauf einer Sub-Studie erfolgt dabei mittels Dünnschicht-MRT der Augenhöhle und transbulbärem B-Mode Ultraschall.

Publikationen