Direkt zum Inhalt
Leiter:
Dr. Gerhard Pütz
Gründung:
24.03.2016
Kooperationen:
AG Nazarenko

Seit vielen Jahren arbeitet das Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin im Bereich der Lipide und Fettstoffwechselstörungen. Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit künstlichen und natürlichen Vesikeln in der Onkologie, aber auch mit anderen Aspekten wie der Wirkstoffspiegelkontrolle, Bildgebung oder der detaillierten Lipidanalyse (Lipidomics).

Ein Forschungsbereich ist die Anwendung von liposomalem Doxorubicn. Mit dem CARL-Verfahren haben wir eine besonders schonende und nebenwirkungsarme Variante der Chemotherapie bis zur Klinischen Anwendung entwickelt. Beim CARL-Verfahren wird unter Berücksichtigung der speziellen Pharmakokinetik  von lang zirkulierenden Liposomen nach einer Einwirkzeit von 2 Tagen der überschüssige Wirkstoff durch eine Apherese  ("Blutwäsche") wieder entfernt. In einem neuen Zweig dieses Verfahrens wollen wir die Anwendung auf weitere Giftstoffe ausdehnen.

Die Wirkstoffspiegel von Anthrazyklinen schwanken bei gleichem Dosierungsprotokoll erheblich. Basierend auf den Erfahrungen mit liposomalem Doxorubicin entwickeln wir Verfahren zum therapeutischen Drug Monitoring der hoch giftigen Anthrazykline. Eine Dosierung auf einen tatsächlichen Wirkstoffspiegel im Blut würde eine erhebliche Verbesserung der Chemotherapie bewirken können. 

Manche nicht natürlich vorkommende Phosphatidylcholine sind für Krebszellen toxisch. Liposomen aus diesen Lipiden könnten zusätzlich zu ihrem Wirkstoff zu einer verstärkten Abtötung von Tumorzellen führen, und so die Schlagkraft einer Chemotherapie verbessern.

Exosomen sind natürliche Lipidvesikel, die in der Entstehung und bei der Weiterverbreitung von Tumoren (Metastasen) eine wichtige Rolle spielen. Zusammen mit der Arbeitsarbeitsgruppe von PD Irina Nazarenko wollen wir das Lipidprofil der Exosomen characterisieren, um so eventuell neue Biomarker für eine Krebsfrüherkennung zu finden. Durch eine Apherese können Exosomen entfernt werden. Möglicherweise kann hierduch das Metastasierungspotenzial verringert werden. Hierzu soll ein Tiermodell etabliert werden.

Nur wenige Kerne sind für die Magnetresonanztomographie sichtbar. Durch eine sog. Hyperpolarisation können wesentlich mehr Kerne eines Materiales zur Bildgebung beitragen. Zusammen mit der Arbeitsgruppe von Jan Hövener der Medizinischen Radiologie soll ein Liposomen gestütztes System zur kontinuierlichen hyperpolarisation entwickelt werden, das schließlich auch in vivo einsetzbar ist.

Last but not least haben wir ein Lipidomoicsverfahren entwickelt, das mittels LC-MS/MS eine genaue Untersuchung der Lipidzusammensetzung im humanen Plasma und anderen Geweben erlaubt.